Möglichkeiten der Projektfinanzierung

Die Finanzierung von Projekten im Rahmen der EU-Donauraumstrategie erfolgt nicht über ein eigenes EU-Förderprogramm. Die Strategie bringt deutlich zum Ausdruck, dass zu ihrer Umsetzung keine zusätzlichen EU-Strukturen, zusätzliche EU-Gesetze oder zusätzliche EU-Fördertöpfe entstehen dürfen. Zur Umsetzung von Projekten müssen Projektverantwortliche daher auf eigene Mittel sowie auf bestehende EU-Förderprogramme und schließlich auf nationale, regionale, lokale Zuschüsse aus öffentlichen und privaten Quellen zurückgreifen.

Keine zusätzlichen EU-Fördermittel für die EU-Donauraumstrategie

Missverständnisse gab es insbesondere kurz nach dem Inkrafttreten der Strategie im Sommer 2011, da die Europäische Kommission für die Finanzierung von Projekten im Rahmen der Donauraumstrategie mit der Zahl von „100 Mrd. € kohäsionspolitischer Mittel (2007-13)“ warb, die für die Umsetzung der Strategie zur Verfügung stünden. Dass diese Mittel auch ohne Inkrafttreten der Strategie für den Raum zur Verfügung gestanden hätten, lasen einige Interessierte nicht aus den Informationen heraus.

Bestehende Finanzierungsprogramme nutzen

Wer also ein Projekt im Rahmen der Donauraumstrategie finanzieren möchte, muss sich – je nach inhaltlicher und geografischer Ausrichtung seines Projekts – um Mittel aus einem der bestehenden EU-Förderprogramme kümmern. Falls EU-Förderung nicht in Frage kommt, muss auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene nach geeigneten öffentlichen und privaten Mitteln gesucht werden.
Eine gute Übersicht über aktuelle Fördermöglichkeiten der EU und der Bundesrepublik Deutschland für den Bereich Wirtschaft/Forschung findet sich im Internetauftritt des Steinbeis-Europa-Zentrums unter http://www.steinbeis-europa.de/192.html. Einen weiteren guten Überblick bietet der vom baden-württembergischen Wirtschafts- und Finanzministerium im Oktober 2014 herausgegebene “EU-Förderlotse”, der sich speziell an Unternehmen richtet: https://www.steinbeis-europa.de/files/eu-foerderlotse_web.pdf. Für kleinere und mittlere Unternehmen auch gut geeignet ist die vom baden-württembergischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Ende 2016 herausgegebene Broschüre “Zusammen erfolgreicher! So profitieren Sie von Baden-Württembergs europäischen Kooperationen” (digital zum Download bereit unter https://wm.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-wm/intern/Publikationen/Wirtschaftsstandort/Zusammen-erfolgreicher_Broschuere.pdf).
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat ein eigenes Förderprogramm für Unternehmen und Forschungseinrichtungen zum Aufbau/zur Weiterentwicklung von Forschungsneztwerken mit Partnern im Donauraum: http://www.internationales-buero.de/en/funding.php (externe Seite).
Der Europäische Fonds für strategische Investitionen (auch: „Juncker-Fonds“) steht seit September 2015 bereit. Kredite und Garantien von bis zu ca. 315 Mrd. Euro sollen nach und nach für Investitionsprojekte, u.a. auch für den Donauraum, zur Verfügung stehen.
Das erste in Deutschland finanzierte Projekt im Rahmen des neuen Fonds gilt der Förderung von Start-ups: Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt bis zum Jahr 2018 günstige Darlehen im Gesamtumfang von bis zu 1 Mrd. €. Mindestens 15.000 Gründer/-innen und Jungunternehmungen sollen durch Kredite bis zu 100.000 € gefördert werden. Für 20% haftet die Hausbank, für 40% die KfW und für die restlichen 40% die Europäische Investitionsbank. In den Genuss können auch bereits bestehende Neugründungen kommen, die nicht älter als 5 Jahre sind. (Quelle: F.A.Z., 18.9.2015, S.15). Weitere Informationen zum EFSI unter: http://www.consilium.europa.eu/de/policies/investment-plan/strategic-investments-fund/ (Seite des Rats der EU).
Ein spezielles Fördermittel-Suchportal für den Donauraum existiert seit dem 24. Mai 2016 unter http://www.danube-euroaccess.eu. Das Portal wurde in Regie des Schwerpunktbereichs 10 der EUSDR aufgebaut. Die eng mit der Stadt Wien zusammenhängende EuroVienna EU-management & -consulting GmbH ist Betreiberin der Seite.

INTERREG Donauraum

Mit dem Neuzuschnitt der EU-Förderprogramme für die europäische territoriale Zusammenarbeit (ETZ) ist das INTERREG-Programm seit 2014 Donauraum-freundlicher geworden. Neu ist, dass es einen eigenen Donauraum-Förderraum gibt. Einen Überblick über dieses neue Teilprogramm liefert eine Internetseite des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung: http://www.interreg.de/INTERREG2014/DE/Interreg/SechsProgrammraeume/Donauraum/donauraum-node.html. Interessierte aus Baden-Württemberg und Bayern können sich auch bei der seit 3.11.2014 existierenden Informations- und Beratungsstelle zum INTERREG-Donauraum-Programm in Ulm beraten lassen: http://www.interreg.de/INTERREG2014/DE/Interreg/SechsProgrammraeume/Donauraum/donauraum-node.html Die Ulmer Beratungsstelle gibt seit März 2015 auch einen Newsletter heraus, der regelmäßig erscheint und bei der Leiterin, Frau Dr. Judit Schrick, abonniert werden kann unter judit.schrick@mfw.bwl.de .
Erstberatung INTERREG für Baden-Württemberg auch vom Steinbeis-Europa-Zentrum: Das Steinbeis-Europa-Zentrum ist seit 2009 für das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg als Regionale Erstberatungsstelle für INTERREG tätig und bietet in diesem Rahmen für baden-württembergische Akteure eine kostenfreie Erstberatung zu den Fördermöglichkeiten in INTERREG V B an. Ansprechpartenrin hierfür ist Nina Fritz, Tel. 0711 123 4024, fritz@steinbeis-europa.de.
Weitere Informationen zur Unterstützung eines INTERREG-Antrags im neuen INTERREG-Programm siehe weiter unten.

Weitere Fördermöglichkeiten / Ansprechpartner/-innen

Bei der Suche nach geeigneter Finanzierung können die nationalen Kontaktstellen der Donauraumstrategie, aber auch die Schwerpunktkoordinatoren der einzelnen Schwerpunktbereiche behilflich sein. Insbesondere der Schwerpunktbereich 10 sieht sich hinsichtlich der Finanzierung von Projekten auch als Querschnittsschwerpunktbereich. Er veranstaltet in unregelmäßigen Abständen sogenannte Finanzierungsdialoge („Financial Dialogues“), bei denen sich potentielle Projektverantwortliche mit potentiellen Geld- beziehungsweise Kreditgebern treffen, um geplante Projekte und Finanzierungsmöglichkeiten zu besprechen. Bislang fanden fünf dieser Finanzdialog-Veranstaltungen statt: In Wien, Belgrad, Bukarest, Zagreb und Bratislava. Zuständig für deren Implementierung ist unter anderem der Schwerpunktkoordinator für den Schwerpunktbereich 10.
In diesem Schwerpunkt wurde auf Beschluss der Europäischen Kommission auch ein Beratungsinstrument, die sogenannte “Technical Assistance Facility for Danube Region Projects (TAF-DRP)” angeboten. Siehe: http://www.danube-capacitycooperation.eu/pages/technical_assistance_facility-drp – Seite des Schwerpunktbereichs 10. Ausgewählte Projektideen sollten durch kostenlose Beratungsleistungen von maximal 6 Monaten von der Projektidee zur Antragsreife gebracht werden, so dass die Verantwortlichen ihre Projektidee anschließend bei einem der neuen EU-Förderprogramme beantragen konnten. Der Nachfolgefonds bietet nicht nur Beratungsleistung, sondern auch finanzielle Starthilfe. Projekte, die in diesem neuen Fonds, dem Danube Strategic Projects Fund, eingereicht werden, müssen transnational und von strategischer Bedeutung für die EUSDR sein. Weitere Informationen hier: http://www.danube-capacitycooperation.eu/danube-strategic-project-fund (Einreichfrist der ersten Runde: 15.02.2017).
Ebenfalls beim Schwerpunktbereich 10 angesiedelt war seit Mitte 2014 das zu 95% aus Mitteln der Europäischen Kommission, zu 5% aus Mitteln der Stadt Wien finanzierte Förderprogramm “START – Danube Region Project Fund“, das ein Volumen von 900.000,- € bis Ende 2016 aufwies und Ende 2016 auslief. Gedacht war dieses Programm zur Föderung von Projektinitiativen, die zur Antragsreife gebracht werden sollten (Anschubsfinanzierung). 48 Projekte konnten ausgewählt und gefördert werden. Sie wurden am 13.12.2016 in Wien vorgestellt. Weitere Informationen finden Sie unter http://danube-capacitycooperation.eu/news/save-the-date-start-final-event (Internetseite des SPB 10).

In Baden-Württemberg haben gemeinnützige Projektträger aus den Bereichen Bildung, Zivilgesellschaft und Kultur die Möglichkeit, Anträge auf Projektförderung bei der Baden-Württemberg Stiftung in deren Donauraum-Förderprogramm „Perspektive Donau” zu stellen.
Für potentielle Projektträger aus dem Bereich Wirtschaft organisiert das baden-württembergische Finanz- und Wirtschaftsministerium Informationsveranstaltungen.

Für Projektträger, die sich für eine EU-Förderung aus dem neuen INTERREG-Programm (Donauraum) interessieren, bietet ein Bundesförderprogramm Unterstützung und Hilfe. Vorlaufvorhaben von INTERREG V B-Projektanträgen mit deutscher Beteiligung sowie deutsche Projektträger, die ihr Projekt mit deutschen Mitteln kofinanzieren wollen, können Bundesmittel für die Vorbereitung der INTERREG-Anträge bzw. die Ko-Finanzierung ihres Projekts beantragen.
Weitere Informationen zum Bundesprogramm sowie die Antragsformulare finden Sie auf folgender Website: http://www.interreg.de/INTERREG2014/DE/Bundesfoerderung/Foerderungbeantragen/foerderungbeantragen-node.html.
Interessenten am INTERREG-B-Donauraum-Programm aus Baden-Württemberg und Bayern steht eine Informationsstelle, der Donau Contact Point Deutschland in Ulm, zur Verfügung. Weitere Informationen und Kontaktdetails finden Sie hier: http://www.interreg.de/INTERREG2014/DE/Interreg/SechsProgrammraeume/Donauraum/donauraum-node.html

Die Allianz Kulturstiftung fördert grenzüberschreitende Bildungs- und Kulturprojekte, die dem europäischen Integrationsprozess und der Herausbildung einer europäischen Identität förderlich sind. Eine wichtige Zielgruppe ihrer Arbeit stellt der akademische und künstlerische Nachwuchs dar. Schwerpunktländer der Stiftung sind u.a. die Länder des Donauraums. Weitere Informationen auf der Seite der Stiftung: https://kulturstiftung.allianz.de/stiftung/richtlinien_und_foerderkriterien/index.html

Eine Möglichkeit der finanziellen Unterstützung bietet sich Wissenschaftler/innen, die über Themen des Donauraums schriftliche Arbeiten verfassen, durch den “Danubius Scientist Award” oder den “Danubius Young Scientist Awards”. Weitere Informationen zu diesen Preisen finden Sie hier: http://www.idm.at/projekte/preise/danubius_award/danubius_young_scientist_award/ (externe Seite), http://www.idm.at/projekte/preise/danubius_award/danubius_award/ (externe Seite). – Auch die Südosteuropa-Gesellschaft in München fördert auf unterschiedliche Weise Nachwuchswissenschaftler/-innen: https://www.sogde.org/nachwuchsfoerderung/taetigkeiten-und-angebote/ (externe Seite).

Für Schriftsteller/innen, die auf Deutsch veröffentlichen und grenzüberschreitend zum Thema Südosteuropa arbeiten, schreibt die Robert Bosch Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin im Halbjahresrhythmus Recherchestipendien aus.
Antragsfristen sind immer am 30. April und am 31. Oktober.
Weitere Informationen unter http://www.lcb.de/autoren/grenzgaenger/GrenzgaengerAusschreibung.pdf (Seite des Literarischen Colloquiums Berlin).
Für Journalisten bietet die Renovabis-Stiftung mit ihrem Recherchepreis Osteuropa eine Fördermöglichkeit bis zur Höhe von 7.000 € an. Weitere Informationen auf der Seite von Renovabis: https://www.renovabis.de/service/presse/journalismus-foerderung.

Graduierte und Studierende aus den Donauraumländern Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Serbien (und Kosovo) (außerdem: Albanien und Mazedonien) können über das Djindjic-Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft drei- bis sechsmonatige Betriebspraktika in Deutschland angeboten und finanziert bekommen. Weitere Informationen unter www.djindjic-stipendienprogramm.de/de (externe Internetseite).

Die Bundeszentrale für politische Bildung und die Robert Bosch Stiftung schreiben Stipendien aus für junge Fachkräfte der politischen Bildung und des zivilgesellschaftlichen Engagements aus Bulgarien, Kroatien, Rumänien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn für einen bis zu 3-monatigen Aufenthalt in einer deutscher Institution der politischen Bildung.
Weitere Informationen: www.bpb.de/inaktion (Seite der Bundezentrale für politische Bildung).

Eine andere Fördermöglichkeit eröffnet die Stiftung Schüler Helfen Leben. Sie nimmt nämlich Anträge von zivilgesellschaftlichen Institutionen aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montengro, Serbien, Kosovo, Albanien und Mazedonien entgegen, die ein Projekt planen, das das gesellschaftliche Engagement junger Leute vor Ort stärkt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Einüben demokratischer Beteiligungsformen sowie auf soziale Integration gelegt.
Weitere Informationen auf der Homepage der Stiftung unter http://www.schueler-helfen-leben.de/de/home/stiftung/grants/call_for_proposals_2016.html.

Im Rahmen des Forschungsnetzwerks cornet sind Fördermittel zur grenzübergreifenden industriellen Gemeinschaftsforschung abrufbar.
Weitere Informationen auf http://www.cornet-era.net/calls-for-proposals/participating-funding-agencies

Eine Auflistung verschiedener Förder- und Kreditmöglichkeiten (auf Englisch) bietet auch die Seite des Danube Strategy Points unter http://www.danube-region.eu (Menüpunkt “Projects & Funding”)

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