Förderung für Projekte im Donauraum

EU-Fördermittel in der Donauraumstrategie

Die Finanzierung von Projekten im Rahmen der EU-Donauraumstrategie erfolgt nicht über ein eigenes EU-Förderprogramm. Die Strategie bringt deutlich zum Ausdruck, dass zu ihrer Umsetzung keine zusätzlichen EU-Strukturen, zusätzliche EU-Gesetze oder zusätzliche EU-Fördertöpfe entstehen dürfen. Zur Umsetzung von Projekten können Projektverantwortliche deshalb neben ihren Eigenmitteln auf bestehende EU-Förderprogramme bauen. Darüber hinaus können sie auf nationale, regionale, lokale Zuschüsse aus öffentlichen und privaten Quellen zurückgreifen.

Bestehende Finanzierungsprogramme nutzen

Wer ein Projekt im Rahmen der Donauraumstrategie fördern lassen möchte, muss sich um Mittel aus einem der bestehenden EU-Förderprogramme kümmern.

Bei der Suche nach geeigneter Finanzierung können die nationalen Kontaktstellen der Donauraumstrategie, aber auch die Schwerpunktkoordinatoren der einzelnen Schwerpunktbereiche behilflich sein. Insbesondere der Schwerpunktbereich 10 sieht sich hinsichtlich der Finanzierung von Projekten auch als Querschnittsschwerpunktbereich. Er veranstaltet in unregelmäßigen Abständen sogenannte Finanzierungsdialoge („Financial Dialogues“), bei denen sich potentielle Projektverantwortliche mit potentiellen Geld- beziehungsweise Kreditgebern treffen, um geplante Projekte und Finanzierungsmöglichkeiten zu besprechen.

Im Schwerpunkt 10 wurde auf Beschluss der Europäischen Kommission auch ein Beratungsinstrument, die sogenannte Technical Assistance Facility for Danube Region Projects (TAF-DRP) angeboten. Der Fonds bietet nicht nur Beratungsleistung, sondern auch finanzielle Starthilfe. Projekte, die in diesem neuen Fonds eingereicht werden, müssen transnational und von strategischer Bedeutung für die EUSDR sein. Weitere Informationen zum Danube Strategic Projects Fund.

Kultur-Förderung zur Donauraumstrategie

  • In Baden-Württemberg haben gemeinnützige Projektträger aus den Bereichen Bildung, Zivilgesellschaft und Kultur die Möglichkeit, Anträge auf Projektförderung bei der Baden-Württemberg Stiftung im Förderprogramm „Perspektive Donau” zu stellen.
  • Die gemeinnützige Allianz-Kulturstiftung fördert Menschen, die mit den Mitteln von Kunst und Kultur Freiräume schaffen, um eine kritische Auseinandersetzung über die Zukunft Europas zu ermöglichen. Es werden Projekte gesucht, die translokal konzipiert sind, bei denen also Partner/-innen aus verschiedenen Ländern oder Regionen zusammenarbeiten. Hierzu zählen besonders Projekte an der Schnittstelle von Kunst und Digitalisierung, die inklusive und partizipative Angebote entwickeln. Spartensprengende Experimente sind besonders willkommen. Mehr Informationen bei der Allianz Kulturstiftung.
  • Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds hilft, Brücken zu bauen zwischen Deutschen und Tschechen. Er fördert gezielt Projekte, welche die Menschen beider Länder zusammenführen und Einblicke in die Lebenswelten, die gemeinsame Kultur und Geschichte ermöglichen und vertiefen. Weitere Informationen beim Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds.
  • Für Journalisten bietet die Renovabis-Stiftung mit ihrem Recherchepreis Osteuropa eine Fördermöglichkeit bis zur Höhe von 7.000 € an. Weitere Informationen bei Renovabis.

Unterstützung für Wissenschaftler*innen

  • Eine Möglichkeit der finanziellen Unterstützung erhalten Wissenschaftler/innen, die über Themen des Donauraums forschen, durch den Danubius Scientist Award oder den Danubius Young Scientist Awards.
  • Auch die Südosteuropa-Gesellschaft in München fördert auf unterschiedliche Weise Nachwuchswissenschaftler/-innen: Angebote der Südosteuropa-Gesellschaft.
  • Graduierte und Studierende aus den Donauraumländern Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Serbien (und Kosovo) (außerdem: Albanien und Mazedonien) können drei- bis sechsmonatige Betriebspraktika in Deutschland über das Djindjic-Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft finanzieren.
  • Die Bundeszentrale für politische Bildung und die Robert Bosch Stiftung schreiben Stipendien aus für junge Fachkräfte der politischen Bildung und des zivilgesellschaftlichen Engagements aus Bulgarien, Kroatien, Rumänien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn für einen bis zu 3-monatigen Aufenthalt in einer deutscher Institution der politischen Bildung. Weitere Informationen bei der Bundezentrale für politische Bildung.

Für Schüler und Jugendliche

Die Stiftung “Schüler Helfen Leben” nimmt Anträge von zivilgesellschaftlichen Institutionen aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montengro, Serbien, Kosovo, Albanien und Mazedonien entgegen, die das gesellschaftliche Engagement junger Leute vor Ort stärken. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Einüben demokratischer Beteiligungsformen sowie auf soziale Integration gelegt. Weitere Informationen bei der Stiftung Schüler Helfen Leben.

Internationale Jugendaustauschprogramme aus Mittel-, Ost-, Südosteuropa, Israel und Deutschland können auch über EUROPEANS FOR PEACE Förderung erhalten. Insbesondere Projekte mit inklusiven und vielfältigen Lebenskonzepten im Donauraum haben Aussicht auf Förderung durch Europeans for Peace.

Innovative Förderung

Crowd Funding mit begleitender unterstützender Werbung gilt als moderne Beschaffungsmöglichkeit von Geldern zur Erfüllung der Projektzwecke. In Baden-Württemberg wird beispielsweise von der Stuttgarter fairplaid GmbH ein solches Portal betrieben: BW Crowd.

Selbst Projekten, die ausschließlich aus ehrenamtlicher Arbeit gestemmt werden, stehen unterschiedliche – zumeist lokale oder regionale – Fördermöglichkeiten offen. Einen Fonds zur Unterstützung ehrenamtlicher Arbeit betreibt zum Beispiel die katholische Diözese Rottenburg-Stuttgart: Inkonzept.